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Die Farben der Wüste
Mittelhof. Der Gedanke an warme Länder erzeugt oft Bilder, die aus knalligen, extremen Farben gemacht sind. Und dann bleibt vielleicht ein Klischee Empfindung weniger. Vor den Bildern von Karin Camara ist das anders. Mit wenigen, leisen Farben, sparsamen Linien bringt sie Afrika in die Kunststätte Mittelhof (Landkreis Demmin). Flimmernde Hitze ist darin zu spüren, die schnelle und unbedachte Bewegung nicht zulässt. Das Sonnenlicht schien alle Farben mit einem weißen Schleier gedämpft zu haben. Hitze reduziert und fordert zu Sparsamkeit heraus. So sind die Menschen, die die junge Künstlerin während ihres dreimonatigen Aufenthalts in diesem Jahr in Conakry aus Tusche, Sepia und Kreide geformt hat, Figurinen. Nur angedeutet, spricht ihre Haltung dennoch von Grazie und Würde, wie etwa die Frauen in weiten Gewändern auf schlanken Hälsen riesige bauchige Tonkrüge tragend. Die Farben sind die der Wüste ocker, helles Grau, auch braunes Rot afrikanischer Erde. „Dieser tiefrote Staub ist einfach überall“, schildert die gebürtige Mecklenburgerin Karin Camara, die mit ihrem Mann, einem Schwarzafrikaner, inzwischen wieder in Lapitz (Müritzkreis) lebt. Die Erfahrung, in Mecklenburg zu sein, Mecklenburg zu brauchen und doch eine Verbindung zur Welt zu halten Camara ist auch Mitglied der weltweiten Vereinigung abstrakt malender Künstler pinturafresca sei wunderbar und wichtig für die Kreativität.
Erfahrungen aus der Ferne
Das Erdige, Schlichte, Reduzierte wiederum verbindet Hiesiges mit Erfahrungen aus der Ferne. Die Titel in afrikanischer Sprache allerdings muten tatsächlich exotisch an und klingen wie Musik: „Adamna“ (Anfang) „Mousso youma“ (schöne Frau), Sokhönö (in der Stadt), schließlich „Donkhilalalou“ (die Singenden).
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. Nordkurier, 29./30. Mai 2004 zurück zu einzelausstellungen |
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